Dr. Gisela Kolbe |
Tierärztliche Praxis Gröbenzell Dr. med.vet. Gisela Kolbe |
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Vor dem Kauf von kleinen Heimtieren informieren
Tips zur artgerechten Haltung
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Grob geschätzt leben in bundesdeutschen Haushalten etwa 3,5 Millionen
Kaninchen und Kleinnager wie Meerschweinchen, Goldhamster, Ratten, Mäuse,
Gerbile, Streifenhörnchen oder Chinchillas. Oft werden diese possierlichen
Tiere spontan gekauft oder als vermeintlich originelles Geschenk zu
Weihnachten oder Ostern überreicht. Hinsichtlich ihrer Haltungs-
und Pflegeansprüche gelten sie als komplikationslos und werden
daher als ideale Kindertiere angesehen. |
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Ihre verhaltens- und artgerechte Unterbringung erfordert neben einem
ausreichend großen Käfig - die meisten Käfige sind viel
zu klein - eine individuelle Käfigausstattung. Mäusen, Ratten
und Streifenhörnchen muß eine Käfigraumnutzung in Form
verschiedener Ebenen und Klettermöglichkeiten geboten werden. |
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Wichtig ist auch, für Schlupfmöglichkeiten und Verstecke
zu sorgen. Einfache Pappröhren wie die aus dem Toilettenpapier
oder Papprollen, um die Teppichboden gewickelt ist, aber auch ausgehöhlte
Stammteile von Obstbäumen sind hier eine gute und billige Hilfe. |
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Tiere, denen keine Beschäftigungsmöglichkeit geboten wird,
verkümmern seelisch. Wenn gesellige Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen,
Ratten oder Mäuse allein gehalten werden, was keineswegs artgerecht
ist, kommt dem Betreuer die Rolle des sozialen Partners zu, die er aber
immer nur unvollständig übernehmen kann. Es ist ein Irrtum,
zu glauben, daß das Lecken der betreuenden Hand ein Zeichen von
"Liebe" ist. Vielmehr muß von Salzmangel als Ursache
ausgegangen werden. Ein Salzleckstein schafft Abhilfe. |
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Vor dem Kauf eines Heimtieres sollte man nicht nur die Unterbringung
bedenken, sondern sich vorab über die Aktivitätsphasen der
Tierart informieren. Goldhamster sind dämmerungs- und nachtaktiv,
also ungeeignet für kleine Kinder. Streifenhörnchen sind besonders
in den ersten Morgenstunden aktiv, während Kaninchen und Meerschweinchen
tagaktive Tiere sind. |
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Tierärzte können schon vor dem Kauf über Einzelheiten
informieren und beraten. Dazu gehören auch Informationen über
die richtige Versorgung. Trinkwasser - im Winter generell mit Vitaminzusatz
- muß täglich frisch angeboten werden. Stets sollte neben
handelsüblichem Trockenfutter auch trokkenes, aromatisches Heu
zur Verfügung stehen. Kleinnager und Kaninchen brauchen Nagemöglichkeiten
in Form von hartem Graubrot oder Obstbaumzweigen, da ihre wurzellosen
Schneidezähne ohne entsprechende Abnutzung uneingeschränkt
wachsen. Bei Zwergkaninchen nehmen zuchtbedingte Zahnfehlstellungen
mit nachfolgendem ungezügeltem Zahnwachstum enorm zu. Solche Tiere
können ohne Zahnkürzung durch den Tierarzt kaum oder gar nicht
mehr fressen. Eine Gebißkontrolle bei Zwergkaninchen ist daher
sehr wichtig. |
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Zukünftige Tierbesitzer sollten sich schon vor dem Kauf informieren
- beim Tierarzt oder durch gute Literatur, um ihren neuen Hausgenossen
nicht fernab seiner biologischen Bedürfnisse zu halten. |
Text vom Bundesverband praktischer Tierärzte verfaßt.